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Gemeinde der Christen ECCLESIA | |
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aus: Jürgen Tibusek: "Ein Glaube, viele Kirchen", SIEBTER TEILEvangelikal-Charismatische FreikirchenDie Gemeinde der Christen e.V. EcclesiaGeschichteDie noch relativ junge Gemeindebewegung Gemeinde der Christen Ecclesia entstand Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts durch Hermann Zaiss (3.9.1889-14.11.1958). Zaiss, dem schwäbischen Pietismus verbunden, arbeitete vor dem 1. Weltkrieg in der Basler Mission. 1944 gründete er in Solingen-Ohligs einen schnell wachsenden Hauskreis, der bald in den Vortragsraum einer Freikirche ausweichen mußte. Nach dem Krieg fanden Versammlungen in Kirchen in Haan, Ohligs und Hilden statt. In Solingen-Ohligs wurde schließlich eine Baubaracke zum Versammlungsraum umgebaut. 350 Zuhörer konnten dort Platz finden. Unter der Verkündigung von Zaiss kamen nicht nur zahlreiche Menschen zum Glauben an Christus. Praktiziert wurden Krankenheilungen und Befreiungen von Besessenen. Das Gebet über Kranken wurde zum festen Bestandteil des Dienstes von Zaiss. Zaiss verstand sich ursprünglich als Impulsgeber für die bereits bestehenden Denominationen. Durch viele nicht in bestehende Kirchen integrierte Christen sah er sich veranlaßt, den Versammlungskreisen Organisationsform und einen Namen zu geben, Gemeinde der Christen Ecclesia. Noch mitten in der Aufbauarbeit begriffen, verunglückte Hermann Zaiss am 14. November 1958 bei einem Autounfall tödlich. Die Bewegung wird getragen von dem eingetragenen Verein Gemeinde der Christen Ecclesia mit Sitz in Solingen-Ohligs. Dem Verein gehören etwa dreißig Mitglieder an. Hauptamtliche Mitarbeiter sind Angestellte des Vereins. Die Gemeinden sind nicht autonom, sondern in den Gesamtverband eingebunden.* Es gibt keine direkte Mitgliedschaft in den einzelnen Gemeinden. Bundesweit besuchen etwa 4000 Menschen die Gottesdienste der Gemeinden. Außerhalb Deutschlands gibt es keine Gemeinden der Bewegung. StrukturDie Leitung der Gemeinden geschieht durch Älteste. "Sie werden von Ältesten geleitet, die sich nach der Heiligen Schrift nicht als Vorgesetzte, sondern als Diener verstehen Jeder Älteste sollte sich geistlich berufen wissen, weil ohne Berufung eine geistliche Ausübung dieses Amtes nicht möglich sei."* Der in acht Bezirke aufgeteilten Gesamtgemeinde stehen jeweils mehrere sogenannte Bezirksälteste vor. Sie bilden den Gesamtvorstand. Der eingetragene Verein besteht aus diesen Bezirksältesten sowie einem Vorstand, der Exekutivbefügnisse besitzt und den Verein nach innen und außen vertritt. Die meisten Amter sind ehrenamtlich, es gibt wenige hauptamtliche Verkündiger, darunter zwei Evangelisten und einige Gemeindepastoren. Überörtlich organisiert sind die Jugend- und Jungschararbeit, hier gibt es jeweils einen hauptamtlichen Mitarbeiter. Ein Kinderfreizeitheim der Ecclesiajugendarbeit (EJA) [richtig muß es heißen "Ecclesia-Jungschar-Arbeit, Anm. WH] befindet sich in Neunkirchen-Seelscheid bei Siegburg. Außerdem gehören der Bewegung zwei Erholungsheime in Schömberg/Schwarzwald und in Wiehl-Bielstein im Oberbergischen Land. Außenmission geschieht zum Teil in Verbindung mit den "Vereinigten Missionsfteunden" (VMF). Zwei Missionsehepaare, die in Verbindung mit den VMF ausgesandt wurden, arbeiten in Kamerun. Direkt von der Ecclesia ausgesandt wurde ein Ehepaar, das in Süditalien und Albanien missionarisch arbeitet. Beziehungen zu anderen GemeindenBezüglich der Beziehungen zu anderen Gemeinden heißt es in der Selbstdarstellung: "Die Gemeinde der Christen ,Ecclesia' erhebt keinen Ausschließlichkeitsanspruch; vielmehr ist sie mit allen wiedergeborenen Christen weltweit verbunden. Nicht die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde bedeutet Rettung, sondern allein die Neuwerdung des Menschen durch die Wiedergeburt im Glauben an Jesus Christus. Eine Zugehörigkeit zur Ökumene wird nicht angestrebt."* Die LehreDie Stellung zur BibelDie Gemeinden der Christen Ecclesia gehören zu den Freikirchen, die ein deutlich fundamentalistisch geprägtes Schriftverständnis haben. In ihrem Bekenntnis wird die Haltung zur Bibel folgendermaßen formuliert: "Wir glauben an... 1. die Heilige Schrift AT + NT- die Bibel - als das inspirierte (geistgehauchte) WORT GOTTES, das wir ohne jeden Abstrich anerkennen und weitergeben, denn sie ist es, die von JESUS CHRISTUS zeugt."* In diesem Sinne werden auch ausdrückliche Heilstatsachen wie die Jungfrauengeburt, Kreuzigung Christi für unsere Sünden und Auferstehung in dem Bekenntnis genannt. Wiedergeburt und HeiligungDie Gemeinden der Christen betonen die Notwendigkeit der Wiedergeburt durch den Glauben und eine Lebensführung, in der Christus durch seine Gnade den Gläubigen heiligt. "... die Notwendigkeit von Buße, Bekehrung und Wiedergeburt. Ferner an Heiligung zur Vollkommenheit in Christo und Vollendung durch Glaubensgehorsam."* Die Erlösung wird als Erlösung "für Geist, Seele, Leib"* bezeichnet. Bei Krankheit wird damit gerechnet, daß Gott auf Grund der Erlösungstat Jesu auch von der Krankheit befreien kann. Erfolgt keine Heilung, führt man dies jedoch nicht notwendigerweise auf Unglauben des Kranken zurück. Gefordert wird "die Notwendigkeit der Erfüllung mit dem Heiligen Geist, der Geistesfrüchte und Gnadengaben wirkt und uns zum Dienst bevollmächtigt."* Eine Geistestaufe als zweite Erfahrung wie in den meisten Pfingstkirchen wird im Bekenntnis nicht genannt und auch nicht verbindlich gelehrt. Ebensowenig gibt es in der Gemeinde der Christen eine Betonung einer bestimmten Geistesgabe wie der Zungenrede. Man sieht sich selbst heute wohl am ehesten mit den Begriffen evangelikal-charismatisch beschrieben. Taufe und AbendmahlEs wird die Glaubenstaufe durch Untertauchen praktiziert.* Kleine Kinder werden gesegnet.* Das Abendmahl gilt als Gedächtnismahl für die Gemeinde.* Die EschatologieDie Gemeinden der Christen Ecclesia haben ein prämilleniaristisches Verständnis,* das heißt, es wird mit einem auf die Wiederkunft Christi folgenden tausendjährigen Reich auf der Erde gerechnet, dem ein neuer Himmel und eine neue Erde folgen. Israel wird als Gottes Bundesvolk bezeichnet.* Theologische AusbildungDie Gemeinde der Christen Ecclesia verfügt nicht über eine eigene theologische Ausbildungsstätte. Gemeindeglieder besuchen unterschiedlichste evangelikal geprägte, pfingstlerische oder charismatische Ausbildungsstätten. Literatur* Gemeinde der Christen "Ecclesia" (Hrsg.). Wir stellen uns vor. o.O., o.J. HTML-formatiert von Wolfgang Hutter
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